Aspergillus in Cannabis: Die stille Bedrohung durch einen gefährlichen Schimmelpilz

26/10/2023
Researcher examining cannabis sample

Das allgegenwärtige Vorkommen von Schimmelpilzen

Schimmelpilze und ihre Sporen sind ein integraler Bestandteil unserer Umwelt, von denen sich Millionen in der Luft befinden, die wir täglich atmen. Während die meisten von ihnen harmlos sind, können bestimmte Bedingungen einige Schimmelpilze, insbesondere solche auf unsachgemäß verarbeitetem oder gelagertem Cannabis, zu einem erheblichen Gesundheitsrisiko machen.

Dies gilt insbesondere für medizinische Cannabiskonsumenten, von denen viele an chronischen Krankheiten leiden, die ihr Immunsystem beeinträchtigen und sie anfälliger für Pilzinfektionen machen.

Aspergillus: Eine erhebliche Gefahr in Cannabis

Unter den verschiedenen Schimmelpilzen, die sich auf unsachgemäß getrocknetem, verarbeitetem oder gelagertem Cannabis entwickeln können, zeichnet sich die Aspergillus-Gruppe als besonders gefährlich aus. Sporen dieses Schimmelpilzes können bei immungeschwächten Patienten eine als Aspergillose bekannte Erkrankung auslösen, die tödlich verlaufen kann.

Über die direkten Gesundheitsrisiken hinaus führt Schimmelpilzkontamination auch zum Abbau der gewünschten Wirkstoffe und reduziert die medizinische Wirksamkeit des Cannabis.

Rauchen und der hitzebeständige Aspergillus

Ein großes Problem bei Aspergillus ist seine bemerkenswerte Hitzebeständigkeit. Viele konsumieren Cannabis durch Rauchen, aber die Temperaturen, die während dieses Prozesses erreicht werden, reichen nicht aus, um die Sporen zuverlässig zu töten.

Das bedeutet, dass die Sporen direkt in die Lunge eingeatmet werden, genau das Organ, aus dem sich die Aspergillose am aggressivsten ausbreiten kann. Während ein gesunder Mensch die Krankheit wahrscheinlich nicht entwickelt, besteht für Patienten mit Erkrankungen wie HIV oder unter Chemotherapie ein lebensbedrohliches Risiko, da beides das Immunsystem schwächt.

Dokumentierte Fälle und Konsumalternativen

Medicinal Genomics, eine renommierte US-Plattform für medizinisches Cannabis, hat über 20 Fälle dokumentiert, in denen Rauch von kontaminiertem Cannabis bei immungeschwächten Patienten zu Aspergillose führte. Es ist wichtig zu verstehen, dass dieses Risiko in erster Linie mit dem Rauchen verbunden ist.

Wenn das Immunsystem beeinträchtigt ist und Unsicherheit darüber besteht, ob das Cannabisprodukt auf Aspergillus getestet wurde, ist es ratsam, alternative Konsummethoden in Betracht zu ziehen. Der gemäß Produktkennzeichnung Verbrauch, wie z. B. durch Backwaren, überträgt diese Form nicht. Ebenso sind pharmazeutisch reine Cannabisprodukte wie Dronabinol frei von Pilzsporen.

Gegenmaßnahmen: Prüfung und Bestrahlung

Medizinische Cannabisproduzenten sind sich des Aspergillus-Problems seit mehreren Jahren bewusst. Fast alle Staaten, die medizinisches Cannabis anbieten, testen ihre Produkte auf diesen Schimmelpilz. Die United States Pharmacopeia (USP) identifiziert die qPCR-Methode als das zuverlässigste standardisierte Verfahren, um diesen gefährlichen Schimmelpilz nachzuweisen.

Dieser PCR-Test deckt alle genetischen Subtypen von Aspergillus ab. Ein einfacher Schnelltest für den Heimgebrauch ist jedoch weiterhin nicht verfügbar.

In Deutschland wird die Bestrahlung der Ernte eingesetzt, um dieses Problem zu lösen. Mehr als die Hälfte des in Deutschland geernteten Cannabis wird bestrahlt, um Schimmel und andere Mikroben abzutöten.

Gamma-Bestrahlung: Eine umstrittene Lösung

Es gibt zwei primäre Bestrahlungsmethoden: Gammastrahlung und Elektronenbestrahlung. Insbesondere die Gammastrahlung ist Gegenstand der Debatte. Kritiker argumentieren, dass sie radioaktive Isotope erzeugt und das Cannabinoid-Profil verändert. Das aktuelle wissenschaftliche Verständnis widerlegt diese Bedenken jedoch.

Die Dosis der Gammastrahlung, die für die Sterilisation verwendet wird, ist so niedrig, dass sie Verbindungen wie Cannabinoide nicht abbaut. Chromatographische Analysen von Cannabisproben vor und nach der Gamma-Bestrahlung haben keine Veränderungen im Cannabinoid-Profil gezeigt, mit nur geringen Variationen der Terpenzusammensetzung.

Die FDA und die WHO haben die Sterilisation von Lebensmitteln durch Gammastrahlung als sicher angesehen, und es ist eine gängige Praxis für viele andere Lebensmittel.

Das Prohibitionsproblem

Neben medizinischem Cannabis ist Straßencannabis besonders anfällig für Aspergillus-Kontamination. Patienten, die aufgrund der bürokratischen Hürden, die mit verschriebenem medizinischem Cannabis verbunden sind, auf leicht zugängliches Straßen-Cannabis zurückgreifen, könnten sich unbeabsichtigt diesem Schimmelpilz aussetzen.

Abhängig von ihrem Gesundheitszustand und der primären Krankheit, für die sie Cannabis verwenden, könnte dies zu einer tödlichen Aspergillose führen. Dieses Risiko unterstreicht die Notwendigkeit einer vollständigen Legalisierung von Cannabis, um einen breiten Zugang zu qualitätskontrollierten Produkten sicherzustellen.

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Robin Roy Krigslund-Hansen

Robin Roy Krigslund-Hansen

About the author:

Robin Roy Krigslund-Hansen ist bekannt für sein umfangreiches Wissen und seine Expertise in den Bereichen CBD und Hanfproduktion. Mit einer Karriere, die sich über ein Jahrzehnt in der Cannabisindustrie erstreckt, hat er sein Leben dem Verständnis der Feinheiten dieser Pflanzen und ihrer potenziellen Vorteile für die menschliche Gesundheit und die Umwelt gewidmet. Im Laufe der Jahre hat Robin unermüdlich daran gearbeitet, die vollständige Legalisierung von Hanf in Europa zu fördern. Seine Faszination für die Vielseitigkeit und das Potenzial der Pflanze für eine nachhaltige Produktion führte ihn zu einer Karriere auf diesem Gebiet.

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