Die Schweiz hat kürzlich Schlagzeilen gemacht, indem sie die Verwendung von Cannabidiol (CBD) in Tierfutter verboten hat. Diese Entscheidung hat viele Debatten ausgelöst und Fragen über die Sicherheit und Ethik der Verwendung von CBD in der Tierindustrie aufgeworfen.
In diesem Artikel beschäftigen wir uns mit den Gründen für dieses Verbot und seinen Auswirkungen.
Die Wissenschaft hinter dem Verbot
Eine Studie des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) in Berlin bestätigte, dass Cannabinoide, einschließlich CBD, bei Milchkühen von Futtermitteln auf Milch übertragen werden können. Dies stellt ein Risiko für Verbraucher dar, insbesondere für gefährdete Gruppen wie Säuglinge, die Milchprodukte verzehren. Die Studie wurde am 15. November 2022 in der Zeitschrift Nature Food veröffentlicht.
Historischer Kontext
Die Schweiz hatte zuvor in den 1990er Jahren ähnliche Studien durchgeführt, was 2005 zum Verbot von Hanf als Futtermittel führte. Dieses Verbot wurde 2012 bekräftigt und gilt auch heute noch, insbesondere bei milchproduzierenden Tieren.
Regulierungsrahmen
Nach schweizerischem Recht ist Hanf oder eines seiner Produkte in irgendeiner Form für laktierende Tiere verboten, deren Milch für den menschlichen Verzehr bestimmt ist. Das Verbot erstreckt sich auch auf andere Nutztiere, einschließlich Pferde. Solche Einschränkungen gibt es für Haustiere jedoch nicht.
Europäische Union im Vergleich zur Schweiz
Interessanterweise hat die Europäische Union keine Beschränkungen für die Verwendung von Hanf als Futtermittel auferlegt. Die strengeren Vorschriften der Schweiz werden durch wissenschaftliche Studien unterstützt, die auch von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit anerkannt wurden (EFSA).
Die Nichteinhaltung dieser Vorschriften kann zu Verwaltungsmaßnahmen und strafrechtlicher Verfolgung führen. Dies ist besonders für die Schweiz von entscheidender Bedeutung, da das Land Milchprodukte exportiert und das Vorhandensein von THC-Rückständen diese Exporte gefährden könnte.
Hanfextrakt, der vor dem 1. Januar 2021 hergestellt wurde, konnte bis zum 30. Juni 2021 in Tiernahrung verwendet werden. Solche Produkte können nach Schweizer Recht bis zum 31. Dezember 2022 verkauft werden.
Schlussfolgerung
Das Verbot von CBD in Futtermitteln in der Schweiz ist das Ergebnis umfangreicher Forschung und eines vorsorglichen Ansatzes für die öffentliche Gesundheit. Dies hat zwar Auswirkungen auf den Agrarsektor, doch es zielt darauf ab, vor allem die Sicherheit der Verbraucher zu priorisieren.